Wir wollen ja nur Euer Bestes –

Weshalb es sich lohnt zwischen den Zeilen zu lesen.

München, 12.11.2021

In dem Artikel „Wir wollen ja nur Euer Bestes“, der in der Fachzeitschrift „Beatmet Leben“, Ausgabe 6/2021 erschienen ist, hinterfragt Dr. med. Paul Diesener, Arzt für Anästhesiologie, Fachkunde Rettungswesen, die Intention des Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetzes (GKV-IPREG) und der daraus resultierenden Richtlinien. Der Mitbegründer des Dysphagie-Netzwerks-Südwest, Experte für Frührehabilitation, Notfallmedizin, Hygiene, Beatmung, Trachealkanülenmanagement, Schluckstörungen aller Altersgruppen, Ernährung und ethische Fragestellungen, fordert dazu auf, „zwischen den Zeilen zu lesen“. Denn was den Anschein der Fürsorge für die Menschen, die außerklinische Intensivpflege benötigen, erweckt, kann bei näherer Betrachtung massive Einschnitte in die Autonomie der Betroffenen bedeuten. Eine solch falsch verstandene staatlich-institutionelle Fürsorge unterstellt im konkreten Fall beispielsweise, dass Weaning und Dekanülierung, vermeintlich geeignete Orte und Fachkräfte im ureigensten Interesse der Betroffenen seien. Aber ist dem wirklich so? Diesener, der in regem Austausch mit ärztlichen Kollegen, Pflegefachkräften, vor allem aber Betroffenen und deren Angehörigen ist, sagt: „Selbst aus medizinisch-pflegerischer Sicht gebotene Maßnahmen dürfen nicht gegen den Willen der Betroffenen erzwungen werden“.